60 Jahre Modellbauverein Zeven
Der Beginn
Im Jahr 1958 trafen sich in der Gastronomie von Albrecht Lohmann in der Lindenstraße in Zeven Hans Sobottka, Helmut Scholz und Will Bauer (inzwischen verstorben), um dort die Gründung eines Zevener Modellbauvereins zu beschließen.
12 Mitglieder für den Bastelspaß wurden durch Anzeigen in der Zevener Zeitung unter der Rubrik „Interessengemeinschaft“ gefunden. Damit stand der offiziellen Gründung, mit der entsprechenden Eintragung ins Vereinsregister im Jahr 1959, nichts mehr im Wege.
Erster Vorsitzender des jungen Vereins wurde der bei der Vereinsgründung 28 Jahre alte Hans Sobottka.
Der damalige Verein nannte sich FMG Zeven e. V.
Baumaterial (Balsaholz) war zur Zeit der Vereinsgründung nur sehr selten zu bekommen oder kaum bezahlbar. Man musste sich mit allen möglichen Materialien behelfen. Natürlich reizte der Gedanke dabei, etwas zu basteln, was auch fliegt. Deshalb wurde in dieser Zeit sehr viel experimentiert. Es wurden Modelle erschaffen, die in ihrer Leistung den heutigen Modellflugzeugen glichen.
Funkfernsteuerungen gab es noch nicht, darum wurden ausschließlich freifliegende Modelle gebaut und in die Luft gebracht. Die Antriebe der Flugmodelle waren Gummimotoren oder kleine Verbrennungsmotoren. Die Flugzeiten wurden mittels Gleitflugbegrenzungen und mechanischen Auslösern begrenzt.
Abhängig vom Zustand von Feldern, Wiesen, Hängen und Kiesgruben, erhoben sich dann die Flugmodelle in der Kiesgrube von Böhlmann in Oldendorf oder auf dem Zevener Nullmoor in die Luft. Dies geschah immer in Absprache mit den Landwirten und selbstverständlich ohne größere Probleme.
Im Jahre 1966 wurde von der Firma Metz eine der ersten Fernsteueranlagen angeboten. Hierbei handelte es sich um eine sogenannte „Tippanlage“. Der Zevener Modellbau Verein war mit einer der ersten Vereine, die solche Fernsteueranlagen im Einsatz hatten.
Unser erster echter Modellflugplatz sollte damals in Oldendorf errichtet und in Betrieb genommen werden. Da sich dies aber immer wieder verzögerte, wurde unser Modellflugplatz im Jahre 1970 in Zeven, am Godensdter Berg, verwirklicht. Viele Flugtage wurden präsentiert und machten unseren Platz bei der Öffentlichkeit in den folgenden Jahren sehr beliebt.
Die Vereinsmitglieder Will Bauer, Will Feindt und Dieter Troitsch (heute Ehrenmitglied) führten eine große Zahl von jungen Menschen an den Modellflugzeugbau heran. Die Jugendgruppen des Vereins konnten in Werkräumen der Schulen, z. B. in der Bäckerstraße oder der Scheeßeler Straße, unterkommen, dabei ihre Erfahrungen austauschen und so manches „Flugwunder“ hatte dort seine Geburtsstunde.
Oft wurden noch Freiflugmodelle vom Typ „UHU“ gebaut. Als die ersten proportionalen Fernsteueranlagen auf den Markt kamen, wurden auch hierfür passende Modelle gebaut und der Begriff Modellflugsport wurde geprägt.
Mit der industriellen Fertigung der proportionalen Funkfernsteuerungen sanken die Preise, die Anlagen wurden bezahlbar. Mit der Zeit änderten sich auch die Materialien im Modellbau. Nun wurden z. B. Aluminium oder GFK, dann Polypropylen und schließlich auch Schaumstoffe im Modellbau eingesetzt.
Der Modellflug am Godensdter Berg in Zeven wurde vom Zevener Modellbau Verein viele Jahre genutzt. Dann stand ein Umzug an. Zurzeit ging es nach Vehldorf und dann zum heutigen Gelände in Oldendorf.
Für uns Modellflieger ist es heute nicht mehr so einfach, einen geeigneten Platz zu finden, an dem wir unsere Modellflugzeuge in den Himmel bringen. Tiere und Menschen wollen wir nicht belästigen, die Natur muss sauber bleiben.
Auch in Zukunft werden wir alles dafür tun, allen gerecht zu werden.